Nikotin wurde seit dem 17. Jahrhundert zur Schdlingsbekmpfung eingesetzt und in Indien setzten Gärtner eine Wurzel, die Rotenon enthält als Insektizid ein. Die Pflanzenchemie entwickelte sich im 19. Jahrhundert (mineralische Pestizide auf der Basis von Kupfersalzen, Fungizide auf der Basis von Kupfersulfat wie die berühmte Bordeauxbrühe …) und im 20. Jahrhundert wurden Quecksilbersalze als Saatgutbeize eingesetzt.

Die Ära der synthetischen Pestizide beginnt ab den 1940er Jahren (DDT, das 1874 durch Zeidler synthetisiert wurde und ab 1943 als Insektizid vermarktet wurde). 1944 wurde das Herbizid 2,4-D synthetisiert, das bis heute angewandt wird. Die Erforschung der Wirkstoffe bis 1970-80 fand praktisch zufällig statt und man versuchte die Wirksamkeit ber die Synthese von Analoga zu verbessern.

Quelle: http://www.prevor.com/DE/sante/RisqueChimique/info_medecin/pesticides.php

5.2: Chronische Vergiftungen
Chronische Schdigungen durch Pestizide werden von einer Vielzahl von Wissenschaftlern angeprangert, aber die Untersuchungsmethoden, mit denen die Pestizide getestet werden, reichen nicht aus, um uns vor den Risiken zu schtzen.
Die Richtlinie 91/414/EWG, die die Prfung der Wirkstoffe zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und deren Inverkehrbringen enthlt viele Lcken und die darin vorgesehenen Untersuchungen sind nicht ausreichend.

Es gibt keinen speziellen Test zum Nachweis von Strungen des Hormonsystems und immuntoxikologische Tests werden nicht systematisch verlangt.
Die Bewertung von Pestiziden bercksichtigt nicht deren Auswirkungen auf die sensibelsten Organismen wie Kinder, fr die ein zustzlicher Schutzfaktor notwendig wre.
Die Richtlinie bercksichtigt Synergieeffekte (zusammenwirkende Effekte bei Zubereitungen) bei Kombinationen aus mehreren Pestiziden oder Synergieeffekte chemisch „inerter“ Substanzen in kommerziellen Formulierungen (Produktnamen) nicht, aber dennoch beweisen verschiedene Studien, dass es diese Effekte gibt. Eine Studie aus dem Jahr 1996 beweist Senergieeffekte zwischen Pestiziden, die Umweltstrogene enthalten, wobei die Wirkung der Verbindungen/Zubereitungen dieser Pestizide die Wirkung des einzelnen Pestizides um das 150 bis 1.600fache berstieg. Eine andere Studie aus dem Jahr 2004 von Prof. G. E. Seralini zeigte, dass das Risikopotential von ROUND UP aufgrund der Coformulanten, die seine Wirkung verstrken, hher ist als das seiner Wirksubstanz, dem Glyphosat.
Pestizide werden durch nationale Behrden zugelassen, dabei treten zahllose Lcken zutage, die mglicherweise auf einen Mangel an Personal bei der Bearbeitung der Zulassungsdokumente zurckzufhren sind (s. den Rechtsstreit wegen REGENT TS, das aufgrund des Bienensterbens in den 90er Jahren infrage gestellt wurde).

Bei den chronischen Vergiftungen unterscheidet man zwischen:
Hautschdigungen
Rtungen, Juckreiz mit mglicher Geschwr- oder Fissurbildung, Nesselsucht sind Hautprobleme, die hufig vorkommen und vor allem unbedeckte Krperteile (Arm, Gesicht) betreffen). Viele Pestizide lsen Hautprobleme aus wie z. B. Rotenoide, die schwere Schdigungen in der Genitalregion auslsen knnen.
neurologischen Schdigungen
Chlororganische Verbindungen fhren zu einer Muskelschwche und einem verminderten Tastempfinden. Phosphororganische Verbindungen fhren langfristig zu Kopfschmerzen, Angstzustnden, Depressionen und Schlaflosigkeit manchmal mit Halluzinationen. Manche Autoren schildern eine Lhmung nach Kontakt mit Quecksilberderivaten oder Arsenderivaten. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern um Theo Colborn hat 1996 festgestellt, dass Chemikalien, die als knstliche Hormone wirken, die neurologische Entwicklung und die Entwicklung des Verhaltens von Ften in utero stren knnen. Diese Entwicklungsstrungen knnen sich in Form von Verhaltensstrungen oder krperlichen Anomalien uern. Es knnen verminderte Intelligenz, negatives Sozialverhalten und eine reduzierte Reaktion auf Umweltstimuli auftreten. Dr. Elizabeth A. Guillette hat Kinder beobachtet, die Pestiziden ausgesetzt waren. Sie hat bei ihnen eine herabgesetzte motorische Koordination, ein um 30 Minuten geringeres Erinnerungsvermgen und weniger gute Ergebnisse beim Zeichnen einer Person festgestellt als in der Kontrollgruppe. Sie hat auch hufigeres aggressives Verhalten bei den Kindern festgestellt, die Pestiziden ausgesetzt waren.
Eine in Frankreich verffentlichte Studie lenkt de Aufmerksamkeit auf negative Effekte bei kognitiven Funktionen von Erwachsenen, die im Weinanbau stndig Pestiziden ausgesetzt sind. (Neuropsychologic effets of long term exposure to pesticides: results from the french phytoner study. I. Baldi et al.: Environmental Health Perspectives. Vol. 109 (8) August 2001, S. 839-844).
Andere Studien zeigen, das zu den neuro-kognitiven Auswirkungen bei Menschen, die am Arbeitsplatz chlororganischen Verbindungen ausgesetzt sind, Probleme des Erinnerungsvermgens, ngste, Reizbarkeit und Depressionen gehren.
Kontakt mit Pestiziden scheint auch das Risiko zu erhhen, an Parkinson und Alzheimer zu erkranken. Eine franzsische Studie (I. Baldi et al., 2003) zeigt, dass bei Mnnern, die in der Landwirtschaft beschftigt waren und dort Pestizide einsetzten, das Risiko, an Parkinson zu erkranken 5 bis 6-fach erhht war und das Risiko, an Alzheimer zu erkranken um das 2- bis 4-fache im Vergleich zu Personen, die keinen Pestiziden ausgesetzt waren.
Schdigungen des Herz-Kreislaufsystems     Chlororganische Verbindungen fhren zu Herzklopfen und Herzrhythmusstrungen.
Schdigungen des blutbildenden Systems
Chlororganische Verbindungen knnen zu einem Rckgang der roten und weien Blutkrperchen fhren und das Risiko einer Leukmie kann nicht ausgeschlossen werden.
Schdigungen der Atemwege
Diese Schdigungen treten oft zusammen mit Reizungsphnomenen auf, die durch einen Groteil der Pestizide ausgelst werden und die Superinfektionen begnstigen (Bronchitis, Rhinitis und Pharyngitis).
Schdigungen der sexuellen Funktionen
Die Fruchtbarkeit von Mnnern verringert scih seit 50 Jahren immer mehr, was durch viele Studien belegt ist. Die Konzentration von Samenzellen im Spermium verringert sich seit ca. 60 Jahren.
Zahlreiche Studien zeigen eine Beziehung zwischen dem Kontakt mit Pestiziden und dem Rckgang der Fruchtbarkeit von Mnnern (Carlsen E. et al., 1992).
Wissenschaftler von INSERM in Rennes und des Krankenhauses von Kremlin Bictre in Frankreich sowie das Krankenhaus von Rosario in Argentinien haben eine Gruppe von 225 Argentiniern untersucht, die aus Agrarregionen mit hohem Pestizideinsatz stammen und zwischen 1995 und 1998 wegen Fruchtbarkeitsproblemen das Krankenhaus aufgesucht hatten. Die Wissenschaftler untersuchten, ob ein Zusammenhang zwischen bestimmten Pestiziden und Unfruchtbarkeit existiert. Es zeigte sich, dass Kontakt mit Pestiziden und bestimmten Lsungsmitteln mit Samenzellen-Konzentrationen einhergeht, die weit unter der Menge liegen, die fr die Fruchtbarkeit erforderlich ist. (Dr. Luc Multigner, Dr. Alejandro Oliva.  Human Reproduction. Verffentlichung von ESHRE – European Society of Human Reproduction and Embryology, Vol. 16, S. 768, August 2001.)
Fr Frauen stellt Pestizidkontakt ein hohes Unfruchtbarkeitsrisiko dar. Eine Studie, die 2003 verffentlich wurde, zeigt, dass bei einer Bevlkerungsgruppe, die Fruchtbarkeitsprobleme hat, die Herstellung und der Einsatz von Pestiziden – insbesondere Herbiziden – der grte Risikofaktor ist, und im Fall von Herbiziden das Infertilittsrisiko um das 27-fache! steigt (Anne R. Greenlee, Tye E. Arbuckle, Po-Hoang Chyou. „Risk factors for female infertility in an agricultural region. Epidemiology 14:429-436 ,2003.)
Risiken fr Ften

Die Pestizide durchdringen die Plazentaschranke und haben eine reproduktionstoxische Wirkung auf den Embryo. Dies ist der Fall bei DDT, Malathion und Phtalimid (ein Fungizid , das dem Thalidomid hnelt). Es knnen auch pltzlich Frhgeburten oder Fehlgeburten auftreten. Arbeitsmediziner mssen den Umgang mit Pestiziden zwischen dem 23. und 40. Schwangerschaftstag verbieten.
Ften sind extrem empfindlich gegenber den Auswirkungen von Pestiziden. Wenn der Ftus zu bestimmten Zeiten whrend der Schwangerschaft Pestiziden ausgesetzt ist, knnen Fehlgeburten, Wachstumsstrungen und Behinderungen die Folge sein.
Endokrine Disruptoren in Form von Pestiziden stehen im Verdacht, beim Ftus Auswirkungen auf das Geschlecht des Kindes zu haben. Die Forscher fanden heraus, dass der Prozentsatz der mnnlichen Babys an allen Neugeborenen in Industrielndern und Schwellenlndern seit 20 Jahren langsam sinkt. (Devra Lee Davis et al.: Reduced ratio of male to female births in several industrial countries: Journal of the American Medical Association, Vol. 279, Nr. 13 S. 1018-1023, April 1998). Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Vernderung darauf zurckzufhren ist, dass die Ften im Mutterleib einer ganzen Reihe von Chemikalien, die als endokrine Disruptoren fungieren – wie z. B. Pestiziden – ausgesetzt sind. Zwischen der 6. und 9. Schwangerschaftswoche setzt beim mnnlichen Embryo unter dem Einflu von Hormonen aus den bisher undifferenzierten Gonaden (Keim- oder Geschlechtsdrsen) die Geschlechtsdifferenzierung ein. Wenn eine Fremdsubstanz in diesem Stadium den hormonellen Prozess strt, kann es zum Stillstand der Transformation kommen und es entwickelt sich ein weibliches Baby.
Die Forscher habe andere Probleme entdeckt wie Fehlbildungen des Penis und der Hoden bei der Geburt, erhhtes Hodenkrebsrisiko, Rckgang der Menge und der Qualitt der Spermien.
Zahlreiche epidemiologische Studien zeigen, dass Kontakt mit Pestiziden aufgrund der beruflichen Ttigkeit oder aufgrund von Pestiziden in der Umwelt zu Wachstumsstrungen, angeborenen Anomalien und Fehlgeburten fhrt.
Eine Studie, die von Health Canada bei Landwirten in Kanada durchgefhrt wurde, hat gezeigt, dass das Risiko einer Fehl- oder Frhgeburt erhht ist, wenn der Vater Kontakt mit bestimmten Pestiziden hatte. Das Risiko einer Fehlgeburt war um das 1,9-fache erhht, wenn der Vater mit Thiocarbamaten wie Carbaryl Kontakt hatte. Das Risiko einer Frhgeburt war um das 1,7 bis 2,4-fache erhht, wenn der Vater Kontakt mit Roundup, Atrazin oder anderen phosphororganischen Verbindungen hatte (An exploratory analysis of the effect of pesticide exposure on the risk of spontaneous abortion in an Ontario farm population. Tye E. Arbuckle et al. Environmental Health Perspectives, Vol. 109, Nr. 8, August 2001).
Eine andere Studie aus Kalifornien zeigt, dass der Tod des Ftus aufgrund einer kongenitalen Anomalie hufiger vorkommt, wenn die Mtter whrend der Schwangerschaft innerhalb eines Gebietes von 9 Quadratmeilen um einen Ort lebten, an dem Pestizide pulverisiert wurden. Das Risiko vervielfacht sich, wenn die Mutter zwischen der 3. und 7. Schwangerschaftswoche der Pulverisierung von Pestiziden ausgesetzt war (M. Bell, I .Hertz-Piccioto and J. J. Beaumont. A case control study of pesticides and fetal death due to congenital anomalies. Epidemiology, 2001, 12: S. 148-156.
Zahlreiche Studien belegen, dass Flle von Spina bifida oder Wasserkopf um 50 % hufiger auftreten, wenn die Mtter weniger als 1/4 Meile von einem Feld entfernt wohnen.
Krebs
Einige Krebsarten treten besonders hufig bei Personen auf, die Pestidziden ausgesetzt sind, sie herstellen oder sie einsetzen. Es handelt sich dabei um das Non-Hodgin-Lymphom, Gehirntumore oder Blasenkrebs.
Die amerikanische „Lymphoma foundation of America“ hat eine Broschre herausgegeben, die alle zur Verfgung stehenden epidemiologischen Studien zur Beziehung zwischen Lymphomen (Krebs des Lymphsystems) und Pestiziden auflistet. Von 99 Studien, zeigen 75 einen Zusammenhang zwischen Kontakt mit Pestiziden und dem Auftreten von Lymphomen (Susan Osburn. Research report. Do pesticides cause lymphomas? 2000. Lymphoma foundation of America).
Seit ca. 20 Jahren haben einige Dutzend epidemiologische Studien gezeigt, dass Menschen, die Pestizide einsetzen, hufiger von bestimmten Krebsarten betroffen sind (Magenkrebs, Prostatakrebs, Blasenkrebs, Gehirnkrebs, Lippenkrebs, Non-Hodgking-Lymphom, Leukmie…) als der Rest der Bevlkerung. Die Kinder dieser Leute und besonders die Kinder von Landwirten sind auch betroffen (Pluygers et al. Pesticides et cancer humain. Revue. Ed Aves, Lttich. 43 S. 2000).
Die Pestizidkonzentration in der Umwelt erhht das Risiko bestimmte Krebsarten zu bekommen. Die Derivate von Chlorphenoxyazetat fhren fr die Bewohner der Reisanbaugebiete im Norden Italiens zu einem erhhten Risiko, an Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Eine kologische Studie, die in den USA in einer stark durch chlororganische Verbindungen und Triazine kontaminierten Region durchgefhrt wurde, zeigt einen starken Anstieg des Brustkrebsrisikos (Keetle M. A. et al. 1997. Triazine herbicide exposure and breast cancer incidence. An ecologic study of Kentucky counties.).
Ein Anstieg von Schilddrsenkrebs wurde bei einer Bevlkerungsgruppe festgestellt, die Mischungen von chlororganischen Verbindungen ausgesetzt war, die einen hohen Anteil an Hexachlorbenzol enthielten.
Es hat sich herausgestellt, dass Kinder noch sensibler auf dieses Risiko reagieren als Erwachsene, da sie proportional hheren Mengen von cancerogenen Stoffen ausgesetzt sind und weil sie aufgrund ihrer Physiologie sensibler auf Pestizide reagieren. Krebsarten bei Kindern, die am hufigsten mit Pestizidkontakt in Verbindung gebracht werden, sind Leukmien, Gehirntumore, Sarkome, Lymphome und Nephorblastome oder Wilms-Tumore (Nierentumore). Heute sind in Europa 92 Wirkstoffe von Pestiziden durch die EU oder die US Environmental Protections Agency als mglicherweise krebserregend klassifiziert (Dangerosit des matires actives et des spcialits commerciales phytosanitaires autorises dans lUnion Europenne et en France. IEW/MDRGF. 5. Mai 2004).
Schdigungen des Immunsystems
Die zerstrerischen Wirkungen von Pestiziden auf das Immunsystem werden immer noch vorwiegend an Labortieren und Zellkulturen studiert. Ein wissenschaftlicher Bericht hat vor kurzem die Ergebnisse von mehr als 100 experimentellen Studien zu den Konsequenzen von verschiedenen Gruppen von Pestiziden fr das Immunsystem analysiert und zusammengefasst. Der Groteil dieser Studien hat immunsuppressive Wirkungen der untersuchten Pestizide festgestellt.
Dagegen hat nur eine Studie aus dem hohen Norden Kanadas festgestellt, dass Babies, die gestillt wurden, chlororganische Verbindungen wie DDE und Dieldrin in ihrem Krper akkumuliert hatten. Diese Kinder entwickelten 10 bis 15 Mal hufiger Mittelohrentzndungen als die Kinder aus dem Sden Qubecs, was bedeutet, das bestimmte Pestizide eine negative Wirkung auf das Immunsystem haben knnen.
Strungen des endokrinen Systems

Pestizide knnen hormonhnliche Wirkungen haben.
Im Falle einer Strung des endokrinen Systems durch eine Chemikalie (ein Pestizid) wird der Mechanismus der hormonellen Systems durcheinandergebracht. Solche Substanzen, die als endokrine Disruptoren bezeichnet werden, knnen auf verschiedene Arten in das Hormonsystem eingreifen:

Sie imitieren das natrliche Hormon und lagern sich perfekt am Hormonrezeptor an (synthetische strogene wie das DDT wirken auf diese Weise).
Sie hemmen das natrliche Hormon, indem sie die Rezeptoren besetzen. Es gelangen keine Informationen in die Zellen (Vinclozolin und Pyrethrinoide sind Pestizide, die als Hormonblocker agieren).

Pestizide, die als endokrine Disruptoren wirken, knnen je nach Alter oder Entwicklungsstufe des betroffenen Organismus unterschiedliche Wirkungen haben. Der Kontakt in utero ist bei weitem der kritischste Zeitpunkt. Das fehlende hormonelle Signal kann zu einem bestimmten Zeitpunkt die Entwicklung des Embryos stren. Schdigungen durch endokrine Disruptoren in utero knnen sich zu allen mglichen Zeitpunkten von der Geburt bis zum Erwachsensein zeigen.
Ist man regelmig ber lngere Zeitrume Pestiziden ausgesetzt, die als endokrine Disruptoren fungieren, so kann dies auch bei sehr geringen Dosen zu schweren Schdigungen fhren.

Folgende Konsequenzen knnen aus Kontakt mit Pestiziden resultieren:

angeborene Anomalien
Defizite des Immunsystems
Probleme bei der Reproduktion
Entwicklung von bestimmten Krebsarten
Neurologische, kognitive und Verhaltens-Probleme

Zahlreiche Pestiztide stehen im Verdacht, endokrine Disruptoren zu sein. Bisher handelt es sich dabei um 48 Wirkstoffe, die in Europa zugelassen sind, darunter Roundup (Dangerosit des matires actives et des spcialits commerciales phytosanitaires autorises dans lUnion Europenne et en France. IEW / MDRGF. 5. Mai 2004).

Die langfristigen Auswirkungen erklren warum in Frankreich und der Europischen Union bei vielen bisher zugelassene Pestiziden (bisher als wirksam und ein vertretbares Risiko darstellend eingestuft) der Verkauf und die Anwendung verboten worden ist. Ein Beispiel ist Atrazin, das weltweit seit 1962 als Herbizid massiv eingesetzt wurde. Als es auf den Markt gebracht wurde, lieen seine Biodegradabiltitt und seine geringe Toxizitt es zu dem Unkrautvernichtungsmittel fr Maiskulturen werden. Unglcklicherweise wurden bestimmte klimatische Bedingungen bei seiner Einschtzung nicht bercksichtigt (UV-Strahlen beispielsweise), so dass Atrazin im Wasser immer noch der am weitesten verbreitete Schadstoff ist (wie die Gruppe der Triazine). Auerdem haben zahlreiche experimentelle Studien gezeigt, dass es teratogen (fortplanzungsgefhrdend) ist und ein endokriner Disruptor. Als weitere Beispiele lassen sich Gaucho (Bienenvernichtungsmittel), Natriummetaarsenit, DDT usw. nennen.
Es ist unerlsslich, wissenschaftliche Studien zu neuen Chemikalien durchzufhren, aber auch zu solchen, die bereits seit lngerer Zeit eingesetzt werden und bisher fr ihre Unschdlichkeit bekannt waren. Die Netzwerke der Toxizittsberwachung sowie die verschiedenen nationalen und europischen Autoritten mssen immer in Alarmbereitschaft sein!

Derzeit existiert eine Liste mit von der EU autorisierten Wirkstoffen von Pflanzenschutzmitteln und eine Liste mit verbotenen Wirkstoffen. Diese beiden Listen werden stndig berarbeitet, die letzte berarbeitung betrifft die Positivliste (Richtlinie 2008/69/EG vom 1. Juli 2008). Es sollen folgende Wirkstoffe aufgenommen werden: Clofentezin, Dicamba, Difenoconazol, Diflubenzuron, Imazaquin, Lenacil, Oxadiazon, Picloram und Pyriproxyfen.
Die Umsetzung dieser Richtlinie, die die Richtlinie 91/414/EWG ndert, muss von allen Mitgliedsstaaten bis zum 01.07.2009 durchgefhrt werden.
Mehr dazu
Richtlinie Nr. 91/414/EWG – regelt das Inverkehrbringen von Pflanzenschutz-mitteln
Richtlinie Nr. 2008/70/EG – Aufnahme des Wirkstoffs Tritosulfuron (CAS 142469-14-5)

Author: Dr. Danile Henny – Arbeitsmedizinerin – Online seit 11. August 2008

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