Nikolaus Klehr
(Quelle: http://www.bionity.com/lexikon/d/Nikolaus_Klehr/)

Dr. med. Nikolaus Walther Klehr (* 1944) ist ein deutscher Arzt, der durch eine umstrittene Therapie für Krebserkrankungen bekannt wurde. Er studierte in Heidelberg und Frankfurt a.M. Medizin und Biologie und wurde Dermatologe. An den Universitätskliniken Frankfurt a.M. und Hamburg wurden die Grundlagen für ein Therapieverfahren auf immunologischer Basis entwickelt und in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert.

Klehrs Therapiekonzept: die Autologe Target Cytokine-Therapie ATC/TSIT

Klehrs inzwischen patentiertes (Patent DE 3923848 C 2) Therapiekonzept einer tumor-spezifischen Immuntherapie ist eine spezielle Form einer Eigenbluttherapie, bei der dem Krebspatienten Blut entnommen wird und zelluläre Bestandteile des Patientenblutes in einem von ihm sowohl auf der Homepage http://www.klehr-dr-med.de , als auch in einem Lehrbuchbeitrag detailliert beschriebenen Verfahren auf natürliche Weise ohne Zugabe von Fremdstoffen so verändert werden, dass die hierbei freigesetzten immunaktiven Substanzen nach Reinjektion in den Körper in die Lage versetzt werden, um im Rahmen einer Abwehrreaktion gegen Krebs effektiv sein zu können. Neben seiner ATC-TSIT Therapie bietet Klehr auch Testverfahren für Krebs an.

Rechtsstreitigkeiten und Kritik an der ATC und Klehr

Klehr wurde unterstellt, einen Heilungserfolg von 92% für sein Verfahren angegeben zu haben. Diese Aussage hat Klehr zu keinem Zeitpunkt abgegeben. Stattdessen gab er in einem TV-Interview an, dass die Wirksamkeit (bezogen auf die Entzündung an Tumor und Metastasen) in dieser Höhe gemäß Dokumentation der Behandlungsfälle liegt. Eine objektive gutachterliche Beurteilung zum Therapieerfolg („der allgemeinen Wirksamkeit in der Tumormedizin) aus dem Universitätsklinikum – Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Charite bescheinigt bei 45 % der Completer (tatsächlich behandelten Patienten) bereits im zweiten Zyklus eine stabile Phase, eine Abnahme der Tumormasse oder eine Tumoreinschmelzung bei Patienten, die zuvor mit Chemotherapie oder Strahlen behandelt wurden, bei denen sich jedoch dennoch das Krebsleiden weiterhin ausgebreitet hatte.

Die gesetzlichen Krankenkassen lehnten wie bei anderen sogenannten alternativen Krebsbehandlungsmethoden eine Kostenübernahme generell ab [1] [2] Die entsprechenden Kosten müssen zunächst von den Patienten voll übernommen werden. Der Bundesverfassungsgerichtshof hat im Jahre 2006 dem entgegen entschieden, dass im Falle unheilbarer Krebserkrankungen (sinngemäß zitiert) auch andere Behandlungsmethoden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden müssen, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Wirksamkeit gegeben ist. Damit wurde die generelle Ablehnung rechtswidrig.

Klehr geriet in die Kritik, da ihm vorgeworfen wurde von Schauspieler Klausjürgen Wussow (Schwarzwaldklinik) sowie seiner inzwischen verstorbenen Ex-Frau Yvonne Wussow in der Regenbogenpresse promoted zu werden. Ein Beweis für diese unzutreffende Behauptung wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt angetreten.

Literatur und Quellen

  • Hauser SP, Autologous tumor therapy according to Klehr, Schweiz Rundsch Med Prax. 1993 Sep 28;82(39):1072-6 PMID 8210872
  • Heiss, Mempel et al.: Blood transfusion-modulated tumor recurrence: first results of a randomized study of autologous versus allogeinic blood transfusion in colorectal cancer surgery. J. Clin. Oncol. 1994, Sept 12 (9), S.1859-1865 PMID 8083709
  1. http://www.aerztezeitung.de/docs/2000/05/29/098a2001.asp
  2. http://daris.kbv.de/daris/doccontent.dll?LibraryName=EXTDARIS^DMSSLAVE&SystemType=2&LogonId=6e4fe9519daf6915a572f27efdcbcdcd&DocId=003734009&Page=1

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